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Theater Koblenz – Doctor Atomic

John Adams

Die Oper “Doctor Atomic”, uraufgeführt 2005 an der San Francisco Opera, blickt auf die letzten Tage vor der Testzündung der ersten Atombombe. Die Physiker und Ingenieure um Robert Oppenheimer leben mit ihren Familien isoliert in der Wüste von New Mexico und durchleben eine höchst ambivalente Situation. Sie sind die Elite der amerikanischen Waffenforschung, gesegnet mit endlosen Mittel, getrieben vom Eindruck der deutschen Machtergreifung und verführt von der unglaubliche Macht, welche die Nuklearphysik ihnen eröffnet. Gleichzeitig zeichnet sich der Einsatz der Atombombe mit ihrer grausamen Auswirkung in Japan ab, der dann nur wenige Wochen später stattfand.

 

John Adams Komposition schreibt eine Verstärkung der Sänger durch Mikroports vor. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, wesentliche Teile der Handlung mittels Video Liveübertragung zu erzählen. Die Wohnung der Familie Oppenheimer wurden als Studio auf der Unterbühne realisiert, wodurch ein raffiniertes und verstörendes Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Erzählebenen entstand. Das technisch geprägte Testgelände, das Reich der Wissenschaftler, traf auf das Privatleben der Oppenheimer, welches geprägt war von Langeweile, Frust, Parties und hohem Alkoholkonsum.

Die Oper endet mit der, auch musikalisch, fulminanten Zündung der ersten Atombombe.

In dem kleinen, stilrein klassizistisch restaurierten 470-Plätze-Haus sorgte ein umwerfend gutes Ensemble unter der Leitung des scheidenden Chefdirigenten Enrico Delamboye und des Intendanten Markus Dietze als Regisseur für einen ganz großen Abend.

Die deutsche Bühne

 

Regie: Markus Dietze
Musikalische: Enrico Delamboye
Bühne: Bodo Demelius
Video: Georg Lendorff
Kostüme: Bernhard Hülfenhaus
Choreografie: Catharina Lühr
Dramaturgie: Margot Weber

Mit Andrew Finden, Jongmin Lim, Steven Ebel, Danielle Rohr, Anne Catherine Wagner, Ilkka Vihavainen, Nico Wouterse, Tobias Haaks und dem Opernchor, dem Extrachor, der Statisterie
und dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie

Premiere: 9.3.2019

Fotos: Matthias Baus für das Theater Koblenz, Georg Lendorff